Spielball der Mächte

Am 30. Juli 1963 liefert die Rotterdamer Firma Bosman 10.000 kg Butter in Exportdosen zu 25 kg für 40.000 Gulden an den 19jährigen Eugen Heimen in der holländischen Gemeinde Elten. Wenige Stunden später bringt Bosman nochmals 10.000 kg Butter, jetzt kostet das Kilo bereit 4,25 Gulden. Am 31. Juli lieferte die Fima N.V. Pluimveeslachterij en-Meseterij aus Eefde 2000 geschlachtete Hühner und 2000 bratfertige Poulets für insgesamt 14.400 Gulden an den jungen Spediteur. Insgesamt lagern am 31.7.1963 in dem Dorf Elten am Niederrhein niederländische Waren im Wert von über 50 Millionen Gulden. Allein 10% der jährlichen Gesamtkaffee-Einfuhr in die BRD werden auf wenigen Quadratkilometern gehortet.

Am nächsten Tag gehört Elten zur Bundesrepublik Deutschland und Eugen Heimen ist ein reicher Mann. Noch heute freut Heimen sich diebisch über diesen Coup. „Wir mussten uns dann verhalten wie Bankräuber und haben unser Geld nicht ausgegeben, sondern haben es in Form von Goldbarren auf dem Dachboden versteckt, damit wir nicht auffliegen“, erzählt Heimen mit leuchtenden Augen. Die sogenannte „Butternacht von Elten“ (Originalaufnahmen) war zwar nicht ganz legal, aber sie wurde von der Regierung Adenauer großzügig gedeckt. Wie kam´s?


Spielball der Mächte

Autor /Regie: Dietrich Duppel
Kamera: Oliver Kratz, Eddy Zimmermann
Ton: Augusto Castellano, Lukas Seiler
Schnitt: Jens Greuner
Produktion: Rebecca Zaubel, Juliane Hribar
Producerin: Nadine Neumann
Junior Producerin: Juliane Hribar
Produzent: Reinhardt Beetz
Redaktion WDR ARTE: Thomas Kamp, Christiane Hinz

Kooperation

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