Geheimmission Tel Aviv – Wie Fussball die Geschichte veränderte

Februar 1970 – eine Serie von antisemitischen Terroranschlägen erschüttert die Welt. Ein jüdisches Gemeindezentrum in München, ein Swiss-Air-Flug nach Tel […]


Geheimmission Tel Aviv – Wie Fussball die Geschichte veränderte

Februar 1970 – eine Serie von antisemitischen Terroranschlägen erschüttert die Welt. Ein jüdisches Gemeindezentrum in München, ein Swiss-Air-Flug nach Tel Aviv, die versuchte Entführung einer El-Al-Maschine, eine Paketbombe in einer Maschine der Austrian Airlines – die Schreckensmeldungen überschlagen sich.

Ausgerechnet jetzt sollen die Fußball-Bundesliga-Profis von Borussia Mönchengladbach zu einem Freundschaftsspiel mit der israelische Nationalmannschft nach Tel Aviv fliegen. Jahrelang haben haben die beiden Trainer Hennes Weisweiler und Eddy Schaffer sich für diese sportliche Annäherung zwischen Deutschland und Israel eingesetzt. 

Doch aufgrund der akuten Terrorgefahr weigern sich die Spieler nach Tel Aviv zu fliegen. Eine Absage des Spiels droht. Ausgerechnet an dem Tag, als zum ersten Mal nach dem Holocaust mit Abba Eban ein israelischer Außenminister in die Bundesrepublik kommt. Ein diplomatischer Fauxpas, in einer Zeit, in der die BRD darum bemüht ist, die Beziehungen zu Israel zu „normalisieren“. Bundeskanzler Willy Brandt und Verteidigungsminister Helmut Schmidt lösen das Problem auf ihre ganz eigene Art!    

Mönchengladbach gewinnt in Tel Aviv mit 6:0. Die Fohlenelf zeigt ein berauschendes Spiel. „Das großartigste Spiel, das Israel je gesehen hat“, sagt der legendäre Kapitän der israelischen Nationalmannschaft Mordechai Spiegler. Die Überraschung: Die israelischen Zuschauer bejubeln begeistert das deutsche Team.     

Bis heute sind sich Historiker und Politiker einig, dass dieses Spiel der Wendepunkt in den deutsch-israelischen Beziehungen war. Was Politik und Diplomatie nicht erreicht hatte, schaffte ein Fußballspiel in 90 Minuten: Ein Aufeinander Zugehen von Deutschland und Israel, von Tätern und Opfern nach der Shoah.

In einer zeitgeschichtlichen Aufarbeitung betrachtet der Film die ambivalente Annäherung von Deutschland und Israel nach dem Krieg. Gleichzeitig zeichnet er das Portrait eines Fußballspiels, bei dem die Freundschaft zwischen einem Deutschen und einem Israeli einen einzigartigen Akt der Völkerverständigung ermöglicht.

Private Super-8-Aufnahmen des damaligen Gladbach-Profis  Herbert Laumen sind das einzig existierende Film-Dokument dieser Begegnung. Sie zeigen jedoch nicht nur das Fußball-Spiel, sondern auch die Spieler in Israel – ganz großes Kino!   

Günter Netzer und Mordechai Spiegler, die beiden Kapitäne von damals,  berichten vom Spiel und von den Umständen. Einen minutiösen Bericht des Spieles liefern Herbert Laumen und Ulrik Le Fevre.

Gisela Weisweiler trifft sich in Tel Aviv mit der Ehefrau und den Söhnen  von Eddy Schafer. Dabei entdecken sie alte Briefe der Trainerlegenden Hennes Weisweiler und Eddy Schaffer.

Die Historiker Moshe Zimmermann, Lorenz Peiffer und Wolfgnag Kraushaar geben eine politische und historische Einordnung der Ereignisse. 

Die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Charlotte Knobloch und der damalige Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel betten das Spiel in diese spannende Phase der jungen Bundesrepublik ein. 

 

Regie: Dietrich Duppel
Produktionsleitung: Sebastian Johannsen
Producer: Nadine Neumann, Liv Thamsen
Produzent: Reinhardt Beetz
Schnitt: Jens Greuner

Koproduktion

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Förderer

nordmedia
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