Die Neuentdeckung der Antarktis (AT)

Pflanzen mit tellergroßen Blättern, Pinguine auf Bergketten, Korallen im Eiswasser – auch das ist die Antarktis, divers und voller Leben. Die viel zitierte Eiswüste überrascht mit geologischen Giganten: Berge, Seen, Vulkane, Gletscher, dazu eine vielfältige Flora und Fauna. Es ist eine Neuentdeckung des Kontinents, heute einer der verwundbarsten Orte in einer Welt, die immer wärmer wird…

Die Neuentdeckung der Antarktis (AT)

Anders als die Arktis ist die Antarktis noch recht unerforscht. Sie ist ein politisches Sondermodell, ein Kontinent mit geologischen Variationen, geschützt durch den internationalen Antarktis-Vertrag von 1961 – und damit nur für die friedliche Nutzung und wissenschaftliche Forschung zugänglich: keine menschliche Dauerbesiedlung, keine wirtschaftliche Ausbeutung von Ressourcen, keine klare nationale Zugehörigkeit.

Im Zentrum des Films steht die Vielfalt des Kontinents. Während im Norden und Osten die Eiswüste dominiert, sind Süden und Westen zwei ökologische Schlüsselregionen: das Rossmeergebiet auf der neuseeländischen Seite und die Antarktische Halbinsel auf der chilenischen Seite. An diesen Zentren ist die Vielfalt am besten zu sehen, wo Gletscher, Vulkane und Graslandschaften koexistieren, wo mehr als 30 Prozent der weltweiten Population von Adeliepinguinen lebt und knapp die Hälfte der antarktischen Wale auf mehr als 1,5 Millionen Quadratkilometer ihre Runden zieht.

Die Antarktis wird auf zwei Ebenen vorgestellt: Auf der ersten lernen die ZuschauerInnen den Kontinent von oben kennen. Die Schönheit der Natur und die geologischen Besonderheiten stehen im Vordergrund.

An einigen Stationen beobachtet das Filmteam Flora und Fauna aus der Nähe, auch unter Wasser. Das ist die zweite Ebene. Hier wird der Verlust der Vielfalt thematisiert. Wale, Pinguine, Seeleoparden, Korallen, zum Beispiel, haben sich über Jahrtausende an die rauen Lebensbedingungen evolutionär angepasst. Sie konnten sie dem Wind, der Kälte, Trockenheit und hohen UV-Belastung trotzen – doch heute sind sie dem Klimawandel ausgeliefert…

Nur wenig ist bekannt von der ökologischen und geologischen Vielfalt der Antarktis. Der Film sucht nach dieser Diversität. Die ZuschauerInnen sollen zunächst die Naturphänomene und ihre Schönheit kennen lernen, um den Wert zu begreifen und auf der zweiten Ebene zu verstehen, welche Schätze zerstört werden. Die Temperaturen steigen so schnell, dass die Lebewesen bedroht sind. Ihre Jagdreviere schrumpfen, Nahrungsgrundlagen weichen der Algenblüte, die sich im warmen Wasser ausbreitet – und die Evolution mit ihrer heilenden Anpassungskraft kommt dem Wandel nicht hinterher.

Zwar ist die Antarktis schon immer ein Ort der Transformation gewesen, aber die rasante Erwärmung ist ein klares Zeichen einer menschengemachten Klimakatastrophe.

Regie und Autoren: Tuan Lam, Yves Simard
Luftaufnahmen: Peter Thompson
Montage: Oliver Szyza
Musik: Eike Hosenfeld, Moritz Denis, Ingo Frenzel
Producerinnen: Julia Krampe, Kerstin Meyer-Beetz
Produktionsleitung: Pepa Kistner
Herstellungsleitung: Kathrin Isberner
Redaktion: Marita Hübinger (ZDF/ARTE)
Produzent: Christian Beetz

Koproduktion

1200px-Greenstone_TV_logo_Web ZDF Logo

Kooperation

10_Arte_Logo